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Telefonat mit Baronin, mehrbändige Reihe - deutsch / english

Bühnentext für eine Person / Dramatic monologue

 

Autor / Author: » François Maher Presley

 

Fotos / Images: » Carlos Kellá

Englisch-Übersetzung / English translation: Janet Fraser

 

1. Auflage Februar 2012

Paperback, 110 Seiten, 11,5 x 18 cm, 15 Fotos

Preis: 9,80 EUR | » Bestellung

 

„Telefonat mit Baronin“ beschreibt die Gespräche, die der Autor mit der Baronin Grudrun von Brockhusen geführt hat, die Ehefrau von Hans Hartmut Hindenburg von Brockhusen.

 

Mit ungewöhnlicher Rhetorik erhält der Leser Einblick in eine Welt, die den meisten Menschen eher unbekannt, ja fremd ist. Der als Bühnenstück verfasste Text beschäftigt sich mit der Kunst und Kultur, Künstlern und Verlegern, dem Autoren und der großmütterlichen Dame. Ironisch, zynisch, bösartig, aber eben auch sehr ehrlich.

The recent book written by Francois Maher Presley has been published. „Phonecalling the Baroness“ describes the conversations the author had with baroness Gudrun von Brockhusen, the wife of Hans Hartmut Hindenburg von Brockhusen.

 

Rhetorically unusual, the reader gets an insight in a world, which is rather unknown or strange to most people. The text – written as a stage play – is about arts and culture, artists and publishers, the author and the grandmother-like lady. Ironic, cynical, malicious but very honest as well.

Aus dem Inhalt

 

Widmung

 

Ihre malerischen Arbeiten hatten trotz ihres hohen Alters immer eine gewisse Modernität und Jugendlichkeit. Losgelöst vom Gegenständlichen verwirklichte Gudrun von Brockhusen in ihren Werken ihre Gedanken, Träume und Eindrücke eines sehr vollen, intensiven und erlebnisreichen Lebens. Gudrun von Brockhusen war der Ansicht, dass mit dem Alter eben genau auch jene Gelassenheit kommt, um der erlernten Fähigkeit zum Zeichnen, zur Genauigkeit der Darstellung des Gegenübers so viel Freiheit zu geben, dass das Dargestellte nicht festliegt, sondern jedem Betrachter seine Möglichkeit gibt, sich der Arbeit, dem Werk auf seine Art zu nähern, seinen Weg zum Bild zu finden, um auch sich selbst in die Arbeit einzubringen. Das war immer ein sehr pädagogischer Ansatz, der der Vita der Künstlerin entsprach. 

 

1917 in Kiel geboren, wurde Gudrun von Brockhusen im Anschluss an die schulische Laufbahn in Berlin zur Modedesignerin ausgebildet. Von 1942 bis 1954 war sie mit Hans Hartmut Hindenburg von Brockhusen verheiratet, einem Enkel des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Aus dieser Ehe stammt die einzige Tochter. 1945 floh Gudrun von Brockhusen mit Mutter, Großmutter und Nichte, die zum Weihnachtsfest angereist waren, im Zug von Schwarzin/ Hinterpommern, wo sich die Güter der Familie befanden, nach Schwäbisch Hall/ Ludwigsburg. Der Ehemann befand sich noch in Russland.

 

Nach der Scheidung und von 1955 bis 1960 studierte die sehr selbstständige und starke Gudrun von Brockhusen Pädagogik und Sozialwissenschaften in Hamburg und nahm 1960 bis 1979 ihre Lehrtätigkeit in einer Berufsschule und später in der Universität im Bereich Gestaltung in Hamburg auf. Sie begegnete in den 70er Jahren Prof. Michael Goldstein, dem berühmten russischen Geiger, der seine Heimat verlassen musste, nachdem er während des zweiten Weltkrieges bei Stalin in Ungnade gefallen war. Beide verband bis zu seinem Tod eine sehr innige Beziehung. Seit 1988 intensivierte Gudrun von Brockhusen ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Malerei und Plastik, absolvierte zudem ein Studium an der Europäischen Akademie für Bildende Künste in Trier.

 

Gudrun von Brockhusen ist immer eine sehr geradlinige Ehefrau, Mutter, Großmutter oder Freundin gewesen. Auf der einen Seite war es ihr durch ihr pädagogisches Talent möglich, alles zuzulassen, zu betreuen, zu begleiten, sanften Druck auszuüben, auf der anderen Seite jedoch wünschte sie, dass die von ihr gesetzten Ziele im von ihr gesetzten Rahmen auch erreicht und die Wege - sowie die währenddessen womöglich auftretenden Probleme - bewältigt würden, ergebnisorientiert, möglichst mit dem vorgegebenen Ziel, oft problematisch für die Umwelt.

 

Mir bleibt Frau von Brockhusen als eine ungewöhnlich gebildete, großzügige und auch unmissverständlich sich ausdrückende Dame in Erinnerung, die das, was sie mit ihrer Festigkeit nahm, mit den Möglichkeiten ihres darstellenden Talentes zurück gab, mir eine Großmutter, meiner Arbeit eine treue Freundin. Sie starb im 90. Lebensjahr im Januar 2007 in Hamburg. Ihr ist dieses Stück gewidmet, das eines unserer Telefonate nachstellt.

Meinungen

 

I read the book: it took me over and can't stop until I finished it. It is a small book for the number of pages, but your soul is all concentrated in it, and it is also a philisophy book and a GREAT book. I do not share all the content, but a lot of it is my own thought. And you expressed it wonderfully. Thank you very much for writing this monologue.

 

I waited a long time to write this mail because I wanted to be sure that it was not only a feeling of my heart. Now I may dare to say it deals with philosophy and great thoughts for the most part of it. Prof. Dr. Giovanna Ferraioli, Milano

 

In der Manier von Thomas Bernhard geschrieben, mit endlos langen Sätzen und Formulierungen, wiederholten Wortaufgreifungen und Negierungen, gibt der Autor seine Gedankenwelt, Ansichten und auch die Verachtung gegenüber seiner beruflichen Umwelt preis. Das in sehr amüsanter Form. Kunst, Künstler, Kunstszene, Kunstsachverständige und solche, die sich dafür halten, aber eigentlich nur Gewürm sind (so der Autor), werden gnadenlos seziert. Er beschreibt eindrucksvoll, sehr emotional, wie er sich selber damit fühlt und es z.T. kaum für ihn erträglich ist.

 

Amüsant dabei ist, das er am Schreibtisch sitzt, telefoniert, Zigarette raucht, sein Silber putzt und dabei das "Grauen" der Baronin mitteilt, die stumm dies zu ertragen hat und es eigentlich keine Rolle spielt, ob sie zuhört oder nicht. Unterbrochen wird der Text von Bildern mit altem Silberbesteck, Schmuckstücken und Kunstobjekten. Der Leser fühlt im zunehmenden Textverlauf, dass der Autor in seiner Welt lebt, in seiner Sicht der Dinge, die er am Telefon reflektiert, kommentiert, das aber auch erbärmlich und unerträglich findet. Unterbrochen werden die Erkenntnisse des Autors nur durch den Zug an der Zigarette und einem Schluck Tee, der selbst beim Telefonat in allen Einzelheiten zelebriert wird, den Adel verpflichtet, wer wüsste das besser als die Frau Baronin.

 

DAS Besondere an dem Buch ist der englische Teil, die Übersetzung des deutschen Textes. Ich war sehr skeptisch, ob dieser Sprachduktus ins Englische hinübergerettet werden kann. Er kann, sehr sogar: Bald noch prägnanter ist die englische Sprache in der Lage, den Stil zu erfassen, seinen grammatikalischen Zynismus und dies mit einer Prise aristokratischer Arroganz, natürlich fehlt auch hier der Tee nicht.

 

Kurzum: Das Buch ist für jeden etwas. Derjenige, der die deutsche Sprache liebt, derjenige, der die englische Sprache liebt, derjenige, der bei einem zynischen Text herzhaft lachen möchte und auch derjenige kommt auf seine Kosten, der schönes Silber und Schmuck in einem Buch betrachten möchte.

 

Viel Freude bei diesem Kleinod, mir hat es unglaubliche Kurzweil verschafft, gerne auch zu einer Tasse Tee. David Eschrich

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